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... und weiter geht´s nach Yogyakarta - Teil 2. unserer Indonesienreise.


Mit dem Zug lassen wir Jakarta hinter uns und brechen auf nach Yogyakarta - der Stadt der Studenten. Nach 20 min. auf den Gleisen fühle ich mich jedoch wie in der Arktis, nicht aber wie in Asien bei tropischen Temperaturen. Die Zugabteile werden viel zu krass klimatisiert und somit schlüpfe ich in meinen Schlafsack und bestaune, eingemummt in den Daunen, die wunderbare Natur Indonesiens. 
Am Fenster fliegen Reisterrassen, tropischen Wälder, sowie unberührte Ortschaften an meinem Auge vorbei und hinterlassen erste tiefgehende Eindrücke des Landes. Es tut einfach nur gut, nach der Megacity Jakarta, das Grün der Natur in sich aufzunehmen. Man merkt sofort wie die Seele entspannt und die Vorfreude auf die nächsten Tage wächst.




Nach langer Reise, einem schönen Nickerchen bzw. einer Beinah-Geburt einer indonesischen Mitfahrerin, erreichen wir die "Yogy-Stadt."

Eingangs sei erwähnt, dass Yogyakarta das Zentrum der javanesischen Kultur ist, in der knapp 2-3 Million Einwohner leben und mehr als 100000 Studenten in einer der zahlreichen Universitäten eingeschrieben sind.





Nach dem Bezug unseres Hotels und dem Durchblättern des Hausprospektes buchen wir für die kommenden Tage eine Tour nach Borobudur und Prambanan. (In Yogyakarta gibt es eine Menge von Anbietern, die jene Ausflüge ins Umland kostengünstig anbieten. Also keine Panik für Internetfrühbucher.)

Am nächsten Morgen stand jedoch erst einmal eine Stadtbesichtigung auf dem Plan. Ein Rikschafahrer wurde gesucht! Doch bevor wir ihn fanden, fand er uns. An uns vorbei radelnd  fragte John: "You come with me? I show you my City."  Ich antwortete: "Na klar wollen wir" ...und es begann eine fröhlich heitere Rundtour zu den schönsten Plätzen der Stadt.

 

Abrupt und ohne Vorwarnung hielt John nach wenigen Kilometern des Strampelns am südlich gelegenen Alun Alun Park an. Er drehte sich zu uns um und sagte: " Wenn du es schaffst aus 100 m mit geschlossenen Augen direkt durch die Mitte der beiden Bäume zu gehen, dann fahre ich Euch umsonst. Solch ein Angebot wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und sprang sofort von der Rikscha. Nichts leichter wie das, dachte ich mir, schloss die Augen und folgte meinem inneren Weg. Nach etwa ca. 60 Sekunden hörte ich schon das laute Gelächter neben meinen Ohren und die Sache war klar - Schade, ich muss die Fahrt selber zahlen. Diagnose: Vollkommene Zielverfehlung -  Ich war noch nicht einmal ansatzweise in die Nähe der Bäume gekommen.

Der Mythus rund um diesen Ort zieht viele Indonesier an, die ebenso wie ich ihr Glück versuchen. Der Zwischenraum der Bäume ist riesig und trotzdem schaffen es nur Wenige. Das Geheimnis liegt darin begründet, dass der Platz nur geringfügig, fürs menschliche Auge nicht wahrnehmbar, abschüssig ist und man zwangsläufig abdriftet und zum Kreisläufer avanciert.

 
Nach Auflockerung der Lachmuskeln besuchen wir nun das Herz von Yogyakarta  - das königliche Kraton. Die alte Sultanstadt (eine Stadt in der Stadt) wird von hohen weißen Mauer umgeben und beherbergte in deren Blüte 15000 Einwohner. Die Besucher können viele großartige Architekturen, Museen und den goldenen Pavillon bestaunen.

Die Stadt ist aber nicht nur wegen ihren prunkvollen Bauten berühmt, sondern auch für deren Silber- und Batikkunst. Ersteres findet man im Stadtviertel Kota Gede, wo die Werkstätten  Silberprodukte und Workshops zum Silberschmieden anbieten. 




 
    
Zweiteres gibt es in der Jl.Tirtodipuran zu kaufen. Die vielen Werkstätten stellen die Batikstoffe in typischer Handarbeit her, die man in den umliegenden Shops käuflich erwerben kann. Außerdem ist Yogyakarta bekannt für seine zeitgenössische Kunstszene und erlangte durch deren Universitäten internationale Anerkennung.

  
Nach einem langen Tag, kehren wir zum Abschluss in ein kleines Restaurant ein und genießen das traditionelle Gudeg - Gericht. Der leckere Eintopf besteht aus unreifen Früchten des Jackbaumes (Nangka)  Kokosmilch, Palmzucker, Fleisch, Gewürzen und Knoblauch. Ich bin mir sicher, das schmeckt nur hier so gut - eben wahrhaft traditionelle Yogyakarta-Küche.
 
Am nächsten Morgen besuchen wir den Vogelmarkt  - Pasar Burung Ngasem.
Die Indonesier lieben Vögel und das lebensbejahende Pfeifen aus deren Kehlchen. Sie sind ganz und gar verrückt nach ihnen, denn die Käfigbewohner dienen nicht zuletzt auch als Statussymbol, da nicht jeder sein Haus mit gutem Gesang schmücken kann. 

 

Jedoch hinterlässt der Markt auch traurige Gefühle in mir, da die Tiere in engen Käfigen zusammengepfercht und unter schlechten Umständen gehalten werden. Lassen wir die Fotos für sich sprechen...

  
   


Unsere letzte Koordinaten-Peilung für den Tag verschlägt uns zur Jalan Malioboro Road.
Auf dem Weg dorthin treffen wir viele freundliche Menschen, die uns eine Fotografie von Ihnen zur Erinnerung schenken. (Danke für Eure schönen Portraits!) 


 


Beim durchqueren der Gassen haben indonesische Baukonstruktionen ein kleines Schmunzeln auf unsere Wangen gezaubert. An einigen Baustellen wurden die Häuser mit Bambusrohren stabilisiert und gaben ein wahres Kunstwerk des Häuserbaus ab.

Sicher - hier lässt sich an jeder Straßenecke was Besonderes finden, ganz gleich ob es eine Verkäuferin in Eile, hupende Motorradmassen oder ungewöhnliche Transportmittel sind. Es ist definitiv spannend und es gibt immer was zu entdecken. Schaut selbst....  

 
 










Schlussendlich erreichen wir am spätem Nachmittag den Markt an der Jalan Malioboro, wo Souvenire, Kunsthandwerk, Tücher, Batik-Stoffe und traditionelle Kleidung verkauft werden. Handeln erwünscht - aber ein harter, gewiefter Gegner wartet auf Dich. :-)
 
Auch für das leibliche Wohl wird an diesem Ort bestens gesorgt, da frisches Obst, Gewürze und Gemüse neue Abnehmer suchen. In den Straßen herrscht reges Treiben, indonesische Lebendigkeit und musikalische Unterhaltungskunst. An den Seitenstreifen stehen geschmückte Pferdewagen, die nur darauf warten, Dich nach deinem Bummel ins Hotel zu kutschieren. Zur späteren Stunde werden rund um Jalan Malioboro verschiedene Garküchen aufgebaut. Die dazugehörigen Bodenmatten werden ausgebreitet, wo dann miteinander gegessen und getratscht wird. 

   


Am späten Abend machen wir uns auf und nehmen den Nachtzug nach Malang. Der Bahnhof ist unmittelbar der Jalan Malioboro Road. Und somit Good Bye Yogyakarta.....



Christliches zu Yogyakarta

 

Auch in Yogyakarta wird es für Christen immer schwieriger Kirchen zu bauen und ihre Gemeinden auszuweiten, da auch sie sich den unterschiedlichsten Gefahren des Islams ausgesetzt sehen. Nicht zu Letzt werden vorhandene Kirchen geschlossen oder zerstört.

Welch Wunder ist es, dass Mitten in diesen Spannungen die „Universitas Kristen Immanuel”
weiterhin junge Studenten lehren darf. Halleluja 

Schätzungen zufolge sind 9% der Bevölkerung Christen, wobei die Verehrung des Ahnenkultes für den Indonesier eine bedeutende Rolle spielt  - auch dann, wenn sie sich als Christen, Moslems, Hindu`s oder Buddhisten bezeichnen. 

Interessante Links: Mission21, EKHN


Tipps:

 
  • Auf den Märkten und Basaren ist es üblich zu handeln und die Ware genau zu begutachten. 
  • ReisekniggeKonfliktvermeidung - Streben nach Harmonie in jeder Lage. Dein Gegenüber möchte sein Gesicht wahren. Trinkgelder sind kein Muss, werden aber gerne gesehen. Dem Servicepersonal sollte man 1000-4000 Rp zustecken, denn meistens ist es deren einzige Einnahmequelle. Orientierung 5% - 10 % Trinkgeld im Restaurant.
  • Beste Reisezeit ist von Mai - September.
  • Wer mobiles Internet nutzen möchte sollte sich Bolt zulegen.
  • Man weiß nie was man in dieser Stadt so alles in der Hand hält - deswegen steckt immer Desinfektionsspray ein.
  • Touristeninformationszentrum: Jl. Malioboro 16, Tel.: 0274 56 60 00
  • Kulinarisches aus gehobener indonesische Küche findest Du im Balè Raos oder im Kedai Kebun.
  • Zugtickets sollte man besser einen Tag vorher kaufen, nicht das alle Plätze ausgebucht sind.

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