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Frankfurter Geschichte - Jüdischer Friedhof Battonnstraße


Das Frankfurter Stadtbild ist über die Jahrhunderte hinweg stark geprägt vom Einfluß des Judentums. Mit unserem Ausflug zum Museum Judengasse und zum angrenzenden jüdischen Friedhof, sind wir auf Spurensuche gegangen und haben dabei nicht nur erfahren, dass Berühmtheiten wie Adorno, Börne, Ehrlich und Fromm in der Main-Metropole wohnten.


 

Am Anfang hatte ich keine Vorstellung, wie sich die jüdische Gemeinschaft und deren Leben in Frankfurt darstellte. Alles fing an mit dem Mahnmal "Gedenkstätte Neuer Börneplatz", welches auf der Rückseite des Museums steht. Inmitten von diagonal angelegten Baumreihen befindet sich dort ein Kubus, der aus den Fundamenten des damaligen Judengettos zusammengetragen wurde. Der Platz war einst der Ort, wo früher die Börne-Synagoge stand und die heutige Mahntafel sich mit folgenden Worten an uns richtet:


 

Hier stand die Börneplatz-Synagoge, welche von Nazi-Verbrechern am 9. November 1938 zerstört wurde.
Here stood the Börneplatz-Synagogue which was destroyed by Nazi criminals on the 9th day of November 1938.

Unweit des Kubus, entlang der Friedhofsmauer, sind viele kleine Gedenktafeln angebracht. Diese erinnern an die ca. 11000 jüdischen Opfer, die im Holocaust, rund um Frankfurt, starben. Unter den damaligen Toten war auch Anne Frank.





Nach dem Eintritt ins Museum, kann man sich unterschiedlichsten Führungen anschließen. Zum einen dem Rundgang durch die ehemalige Judengasse, oder einer Führung zum angrenzenden Jüdischen Friedhof Battonnstraße. Zweiteres wurde durch uns verwirklicht.
Am Eingangstor stand zu meiner Verwunderung niedergeschrieben " Haus des Lebens". Warum Haus des Lebens fragte ich mich, wenn hier doch die Toten ruhen?  Da jedoch anders wie bei uns Christen, die Juden damit ihre Hoffnung auf die Auferstehung und das Leben nach dem Tod ausdrücken, wird hier der Ewigkeitsgedanke ins Zentrum dieser Botschaft gestellt. Der Friedhof wird von den Juden als guter Ort bezeichnet. Die Gräber sind auf die Ewigkeit angelegt und sollten nicht mehrfach belegt werden. Die Totenstätte ist alleinig dem vorbehalten, der in seinem Ruhen auf das Kommen Jesus wartet. 





Auch hier in Frankfurt ist es Brauch, auf den Gräbern berühmter Rabbiner sogenannte  „Quittlech“  - kleine Zettelchen zu hinterlassen. Auf diese werden geheime Wünsche niedergeschrieben, in der Hoffnung das die Toten die Bitten vor Gottes Thron tragen.

Während des Rundgangs lagen immer alte Glasscherben auf dem Boden, die. so wurde uns berichtet, aus den Nazi-Kriegsjahren der Bombardierung entstammen.
Viele dieser Relikte gibt hier das Erdreich frei, wodurch der Rundgang sehr real wurde und uns nochmal auf eine andere Weise berührte.





Der Jüdische Friedhof Börneplatz wurde 1180 das erste Mal erwähnt und gehört in Deutschland zur zweitältesten jüdischen Ruhestätte nach Worms. Die ältesten Gräber entstammen dem Jahr 1272. Viele Juden aus ganz Mittelhessen bestatteten hier ihre Lieben.  

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Grabsteine mit kleinen Steinen bestückt, welche Verwandte und Freunde im Gedenken an die Ruhenden niederlegen. Viele der Gräber sind schon tief in die Erde abgesunken oder liegen schief.





Das Besondere jedoch an den Grabsteinen ist deren Verzierung. Fast immer wurden vom Steinmetz Symbole ( wie z.B. Goldene Kanne, Affe, Grüner Löwe etc.) in die Blöcke geschlagen, die einen direkten Bezug zur Person herstellten. Hier in Frankfurt dienten die Symbole auch als individuelle Hauszeichen, die anstatt von Nummern an der Häuserfront prangerten. Man unterschied somit die einzelnen Familien und manchmal entwickelten sich die Haussymbole auch zu weitervererbten Familiennamen, die man nun andernorts auch auf Grabsteinen wiederfinden konnte.





Die bekanntesten Gräber, auf dem Jüdischen Friedhof Börneplatz, sind die von Meir Rothschild ben Anschel Rothschild, Nathan ben Simeon ha-Kohen Adler, vom Frankfurter Oberrabbiner Jakob Jehoschua Falk, Pinchas Ben Zwi Hirsch Ha-Levi oder Meir ben Rabbi Yaakov Schiff.





 
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Für den 03.02.2023
Amos 5,4
Denn also spricht der HERR zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben!

Markus 1,32-34
Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. Und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
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