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Perfekte Bilder in der Landschaftsfotografie 


Die Landschaftfotografie ist eine grandiose Disziplin für alle Reisefotografen. Es gibt nichts schöneres, als in der Wildnis unterwegs zu sein und neue Plätze der Schöpfung ausfindig zu machen. Dieser Moment, in der man die Natur einatmet, die Schönheit wahrnimmt und das Panorama geniesst, gehört zu den wahren Freuden des Lebens.

Zugleich, will man dieses Hochgefühl mit anderen teilen und versucht die Szenerie fotografisch festzuhalten. Aber spätestens Daheim, wenn man seine Aufnahmen den Lieben vorzeigt, stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Die Farben sind nicht wie gesehen, das Bild hat keine Tiefenschärfe, es wirkt irgendwie langweilig. Was tun? Das so etwas deinen Fotos auf Reisen nicht passsiert lese den folgenden Artikel weiter, denn hier findest du .....
 

Unsere besten Tipps für eine perfekte Landschaftsfotografie

 

Die Gestaltung

Ob du einen Schnappschuss oder ein Meisterwerk einer Landschaftsfotografie ablegst, ist abhängig davon, wie gut du dein Bild gestalten kannst. *zwinker* Um das zu erreichen, musst du die verschiedenen Elemente im Bild miteinander kombinieren und in Dialog zueinander setzen.

Grundsätzlich geht ein mal gar nix ohne einer schönen Landschaft und gutem Licht. Hast du diese gefunden, dann vermeide es deine Bildinformationen nur mittig zu setzen, denn so wird dein Bild in den meisten Fällen an Spannung verlieren. Aber genau aus diesem Grund heraus, wurde der  „Goldene Schnitt“ erfunden, den ich weiter unten im Artikel ausführen werden.

Landschaftsfotografen sollten ihren Bildaufbau auch hinsichtlich der Schichten und Farben, der Einnahme von unterschiedlichen Perspektiven, dem Hinzufügen von Umrahmungen und Linien und Mustern gestalten. Aber Schlussendlich sei auch erwähnt, das es gilt auch jede Regel mal zu brechen.  


 

Schon mal was vom Goldenen Schnitt oder auch der Drittel Regel gehört?

Natur- und Landschaftsfotografen setzen in ihrer Arbeit oft den sogenannten Goldenen Schnitt, welcher auch als Drittel Regel bekannt ist, ein. Dabei wird das Bild im Sucher der Kamera horizontal und vertikal mit jeweils 2 Linien durchzogen, so das 4 Schnittpunkte entstehen. Die aussagekräftigsten Bildinhalte werden nun auf den Linien oder deren Schnittpunkten gesetzt. Nun kann man die  Landschaft auf einen Drittel des Bildes anordnen und den Horizont auf den verbleibenden zwei Dritteln. Umgekehrt ist das natürlich auch möglich. Starke Objekte wie Felsen, Menschen und Bäume kann man wirkungsvoll auf einen der 4 Schnittpunkte legen. Die Linien kannst du im Menü deiner Kamera einstellen und lernen damit zu abeiten. 


Rule of thirds  


Spiegelungen

Viele Landschaftsbilder leben von der Spannung, dass sich bestimmte Elemente in einem anderen wiederspiegeln. Klassisches Szenario, ist das ein Berg im davorliegenden See reflektiert wird. Um diesen Effekt bestmöglich darzustellen, bietet sich der Einsatz eines Polfilters an. Der Filter verstärkt die Spiegelung (kann sie aber auch wegnehmen) und gibt dir  die Möglichkeiten, diese nach deinen Geschmack hin anzupassen.    
   
 
 


Vordergrund

„Vordergrund macht Bild gesund“ - eine alte Fotografenweisheit, die sich auch mir schnell einprägte. Du tust gut daran, neben der klassischen Landschaftsszenerie einen weiteren belebenden Effekt zu schaffen – eben die Gestaltung des Vordergrundes. Daher suche dir im vorderen Teil des Bildes ein Objekt (z.B. einen Baum, einen Felsbrocken oder oder oder) aus und versuche dieses gewinnbringend einzubauen. Dadurch bekommst du mehr Tiefenwirkung ins Bild, es wirkt räumlicher und beim Betrachter wird mehr Spannung erzeugt.



 

Farben

Wie in jedem Bereich der Fotografie ist ein sinnvolles Zusammenspiel der Farben wünschenswert. Sie ergänzen sich und bringen Harmonie und Leben ins Bild.
Komplementärfarben helfen dir Stimmigkeit zu finden und bewirken Interesse beim Betrachter.  Im Farbenkreis sind Komplementärfarben gegenüberliegend angeordnet, so das blau und gelb ein Komplementärpaar ergeben. 


Komplementär
By Benutzer:Golden arms (von mir erstellt) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Zur Gestaltung kommt noch die psychologische Wirkung der Farben hinzu. Ihnen liegen menschliche Zuschreiben und Gefühle zugrunde, die wir dir im folgenden Vorstellen:

Blau = kalt, frei, Weite, Ferne, cool
Rot = warm, heiß, Achtung, Stopp
Gelb = angenehm, Aufmerksamkeit
Grün = kühl, Landschaft, Wildnis, Natur, Hoffnung
Weiß = kalt, einsam, leer, Unschuld, rein
Schwarz = leer, neutral, Trauer, Härte, Schuld, Tod

Persönlich finde ich schwarzweiße Landschaften noch interessanter, aber nur wenn diese unterschiedliche Kontraste vorweisen. Ein ansolutes Genie in diesem Genre war Ansel Adams. 




 

Die Belichtung und das Licht

Zur korrekten Belichtung stehen dir vielfältige Tools zur Verfügung. Man kann man nicht sagen, dass es die eine Belichtungsmethode für jeden Zweck gibt. Manchmal reicht eine Mehrfeldmessung, wo unterschiedliche Bildanteile über den Sensor gemessen werden, aus. Sind viele helle und dunkle Bildinhalte vorhanden, ist eventuell auch eine Integral- oder Spotmessung angebracht. Bestenfalls fokussiert man jeweils die hellen und dunklen Bereiche an und schießt unterschiedlich belichtete Fotos. Später werden die Bilder dann am PC "zusammengestacked" (*zwei Bilder werden übereinandergelegt und verschmolzen).

Ein prüfender Blick auf das Histogramm während der Aufnahme ist unumgänglich. Wenn du weißt, wie man nun mit einem Histogramm umgeht, erhälst du Aufschluss darüber, ob ein Bild unter- oder überbelichtet ist. Im JPEG Format würde ich eine Belichtung bevorzugen, die in der Mitte eine gleichmäßige Verteilung der Tonwerte wiedergibt. Extrem ausschlagende Balken auf der rechten Seite im Histogramm führen zur Überbelichtung und auf der linken Seite zur Unterbelichtung der Bildanteile.

Ist ein mittiges Histogramm aufgrund der Lichtsituation nur schwer herzustellen, würde ich ein nach rechts belichtetes Bild bevorzugen und dieses im Nachgang bearbeiten. Um bestmöglich deine Bilder am PC bearbeiten zu können, empfehlen wir dir im RAW - Modus zu fotografieren.




 

Tageslicht & Jahreszeiten

Das beste Licht findet man zur frühen Morgenstunde oder zur abendlichen Dämmerung hin. Die Farben gleiten nun in wärmere Töne ab und erzeugen eine romantisch dramatische Stimmung.

Versuche am Ort des Geschehen zu sein, bevor das Licht durchschlägt. So hast du noch genug Zeit, um die Technik aufzustellen und das Bild zu komponieren.
Aber auch Wetterumschwünge während des Tages können hervorragendes Licht erzeugen, wenn einzelne Sonnenstrahlen hinter den Wolken hervorbrechen. Schlussendlich sind auch die unterschiedlichen Jahreszeiten zu beachten. Winterlicht ist kühler als Herbst- oder Sommerlicht und kann auf die eine oder andere Weise deine Bildsprache verdeutlichen. 
 

Schärfe und Blende

Eventuell ist die Blende das wichtigste Element in der Landschaftsfotografie, da man scharfe Bilder der Szenerie haben möchte. Dabei bietet sich an, die Tiefenschärfeskala der Blende auf unendlich zu stellen, um alle Bildanteile scharf zu bekommen. Eine andere Faustregel besagt, das man mit einer kleinen Blende auf das ersten Drittel im Bild zu fokussiert, so dass die dahinterliegenden Objekte scharf abgebildete werden. Das ist die "Fastfood - Variante" und hilft schärfere Bilder zu produzieren, wenn man keine Hyperfokaldistanzen kennt oder es einen zu Umständlich ist diese einzusetzen. Wer jedoch exakt arbeiten will, setzt sich mit dem Thema auseinander. Wichtig ist zuerst, dass man an seinem Objektiv die beste Blendenstufe findet. Also ich meine die, die am schärfsten abbildet. Meist sind das Werte im Bereich von 8-13 F. Zu hoch gewählte Blenden 16-22 F können das Bild beugen und unscharf wirken lassen. Für jede Brennweite und Blenden Kombination gibt es eine Fokusentfernung, die die Schärfentiefe unter optimal Bedingungen nutzt. Eine genaue Erläuterung der Hypofokaldistanz findest du in diesem Video.


 
 

Ausrüstung & Technik

 

Polfilter

Der Polfilter ist wunderbar dazu geeignet, um Wasseroberflächen oder metallische Untergründe zu entspiegeln. Sie erhöhen die Farbsättigung im Bild und wirken dem Blendlicht entgegen. Polfilter sind im digitalen Zeitalter nicht mehr ganz so von Nöten wie sie es schon einmal waren, wenn es um die Herstellung von knackigen Farben geht. Vielmehr findet er sein Einsatzgebiet nun in der Entspiegelung von Flächen, wo er weiterhin unersetzlich bleibt.

Ein hochwertiger Schraubfilter ist der von B+W.   Eine nicht so teure Variante, aber auch von ausreichend guter Qualität ist der von Hoya

Wenn du ein Steckfiltersystem verwenden möchtest, dann schau dir einmal die Filter Nisi an 
 

ND oder auch Graufilter

Wie oben bereits beschrieben, ist eine Landszene, in ihren jeweiligen Bereichen, zu unterschiedlichen Tageszeiten, mit unterschiedlich viel Licht gefüllt. Würde ich an hellen Tagen meine Belichtungsmessung auf den Himmel einstellen, so würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Landschaft im unteren Teil des Bildes unterbelichtet werden. Um diese Toleranzen  auszugleichen, kommen Grauverlaufsfilter / Graduated Filter zum Einsatz. Für die Landschaftsfotografie sind die Filter ein sehr wichtiges Tool und helfen dir perfekt belichtete Fotos zu erstellen.

Diese Filter gibt es in unterschiedlicher Stärke und mit unterschiedlichen Verläufen. Ein Grauverlaufsfilter hat auf der einen Seite mehr verdunkelte Anteile als auf der anderen, so dass eben ein Himmel, mit seinen hellen Inhalten, abgedunkelt werden kann und die Landschaft im unteren Bereich des Bildes korrekt belichtet verbleibt.





Hervorragenden Schraubfilter mit Grauverlauf findest du im B+W System oder bei Hayda.

Unsere Kaufempfehlung bei Stecksystemen für Grauverlaufsfilter geht ganz klar in die Richtung von Lee und Nisi. Die Filterhaben zweifelsohne ihren Preis, lieferen aber hinsichtlich der Farbechtheit im Bild eine tolle Qualität. 

Durchgängige Graufiltern, auch ND (Neutral Density) Filter genannt, sind gleichmäßig verdunkelt und lassen somit längere Belichtungszeiten zu. Der Fotograf kann somit  Bewegungseffekte, wie das verschwimmen des Wassers oder Lichtspuren von fahrenden Autos, herstellen.

In der Schraubfiltervariante rangieren im oberen Qualitätsfeld die Filter von B+W mit 3,0 Stopps B+W Graufilter ND64. Die günstigere Variante findest du bei den Filtern von Hoya.  

Wer flexibel sein Set aufbauen will, sollte sich auch die hochwertigen Graufiltersysteme von Lee und Nisi anschauen. Günstigere Produkte gibt es hier von der Firma Cokin.
 



Stativ

Vergiss nicht dein Stativ, wenn du zur Natur gehst. Klaro, es ist schwer und lästig mitzuführen, aber du kannst den meisten Lichtbedingungen gut damit begegnen. Ohne ein Stativ sind keine Langzeitbelichtungen möglich. Denn aus der Hand heraus, wirst du manche Zeitabstände nicht verwacklungsfrei halten können, die es bedarf um in der Dämmerung scharfe Fotos zu erhalten. Ein Stativ sollte somit in keiner Ausrüstung fehlen. Unsere Empfehlung ist ein leichtes Carbon Reisestativ von Manfrotto oder das etwas günstigere Modell - mit 360Grad Neigungkopf - von Rollei.  




 

Objektive

In der Landschaftsfotografie werden vermehrt Weitwinkelobjektive eingesetzt. Diese zeigen uns einen großen Bildausschnitt im Sucher der Kamera, so dass viele Details der Szenerie festgehalten werden können. Die Linse sollte dabei lichtstark und scharf sein, so dass verschiedene Situationen bearbeitbar sind. 

So das war unser Guide, ich hoffe er hat ein wenig Licht ins dunkle der Landschaftsfotografie gebracht :-) und nun viel Spaß beim Fotografieren.

Hier findest du noch ein paar Artikel zur perfekten Reisekamera und was man auf Reisen alles in seinen Ausrüstungsköfferchen alles dabei haben sollte.
 

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