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Aussicht vom KICC Building in Nairobi über die ganze Stadt

Kenia – Nairobi 


Eine Stadt voller Gegensätze… (von Tanja Hinterndorfer) 


Im Jahr 2013 zog mich mein Freiwilligendienst das erste Mal in die pulsierende Hauptstadt Kenia’s. Ich kam nachts am Flughafen an und war erst mal verblüfft, über die vielen wartenden Menschen im Abholbereich des Flughafens. Finde ich in diesem Wirrwarr auch irgendwo meinen Namen? – war der einzige Gedanke, welcher mich in diesem Moment beschäftigte.
Und tatsächlich - ich wurde von meiner Organisation nicht vergessen und schon ging es nach der langen Reise und wenig Schlaf in ein Hostel, um einige Stunden nachzuholen.
Nach wenigen Stunden des Schlummerns bekam ich bereits eine leise Ahnung davon, was ‚Verkehr‘ in Kenia denn nun wirklich bedeutet. Die altbekannte ‚Rushhour‘ scheint in Nairobi bereits morgens zu starten und erst spät nachts tatsächlich wieder zu enden.

Überall findet sich ein reges Treiben: Menschen, welche adrett gekleidet von einem Ort zum nächsten schwirren; Mamas, welche sich mit ihren Kindern am Rücken tragend, durch die Menschenmenge drängeln; Piki Piki Fahrer (=sogenannte Motorradtaxis), die sich gekonnt durch den Verkehr manövrieren, um ihre Passagiere von A nach B zu befördern. (Hier wird schon mal auf Gehsteige, oder unbefestigtes Gelände ausgewichen, um ein Steckenbleiben im Verkehr zu verhindern.)


Courtesy of www.AirPano.com




Ebenso talentierte, aber nicht zu unterschätzenden Verkehrspartner sind die vielen Matatus (=öffentliche Busse). In schrillen Farben lackiert, mit Reggae Legenden wie Bob Marley oder auch bedeutenden Persönlichkeiten wie Mutter Theresa verzierte Innenausstattungen, wurde ich oftmals schon morgens zum Nachdenken angeregt. Dazu kommt das üppige technische Equipment in diesen Kleinbussen. Von LED Beleuchtung, über Bildschirme, auf denen Musikvideos laufen bis hin zur stets lauten Musik werden bei dieser Art von Öffis alle Sinne angeregt.

Für wenig Geld kann man so in alle Gegenden der Stadt fahren und gleicherweise sehr günstige Trips in weit entfernte Gebiete starten. Neue Menschen kennenzulernen, sowie die ein oder anderen tollen Erlebnisse zu haben, sind garantiert. Nicht nur einmal saß anstatt eines Sitznachbars, ein Huhn oder eine Babyziege neben mir. Und so mancher Matatufahrer macht die Straße schlichtweg zu seiner eigenen und andere Verkehrsteilnehmer werden zur Vor- und Nachsicht aufgefordert.


Eindrücke des kleinen Slums in Huruma

Auf dem Weg zu meinem Projekt, kam ich nicht unweit vom Zentrum der Hauptstadt an dem größten Slum in Nairobi namens Kibera vorbei, in welchem lt. Zählungen ungefähr 200.000 Menschen auf engstem Raum ohne fließend Wasser in Häusern aus Karton und Wellblech leben. Laut Schätzungen lebt von den ca. 3,1 Mio Einwohnern Nairobis rund die Hälfte in sogenannten Slumgebieten.

Auch dies spiegelt die großen Gegensätze innerhalb dieser Stadt deutlich wieder. Denn im Stadtzentrum ist Mode, Technik und Lifestyle auch in Nairobi ein großes Thema und überall zu finden. Die Kenianer legen großen Wert auf ihr Äußeres und auch darauf, vor allem im Berufsleben schick gekleidet zu sein.

Im Gegensatz dazu, nur wenige Kilometer außerhalb des Stadtzentrums, müssen viele Menschen mit ihren Kindern auf der Straße leben. Aussichten auf Jobs sind äußerst schlecht und ohne dementsprechender Schulbildung auch nahezu unmöglich. Ohne einen Collegeabschluss oder gar einem Studium, scheinen kaum Wege erkennbar, um aus der Armutsspirale auszubrechen.

Dennoch bin ich von der Herzlichkeit der Kenianer überwältigt. Als ‚Weißer‘ (auf Kisuaeli Mzungu) erregt man auch in der Hauptstadt immer wieder Aufsehen. Kinder wünschen ein Foto mit dir oder möchten deine Haut berühren, um zu sehen, ob sie sich genauso anfühlt wie die ihre. Und auch oftmals wurde meine Hautfarbe mit Reichtum gleichgestellt. In Gesprächen mit meinen Freunden in Kenia und auch deren Familien, wurde es oftmals jedoch möglich, uns Europäer etwas besser zu erklären. Unsere Bräuche und Sitten, unsere Kultur, Politik aber auch Sozialsysteme. Für viele Menschen in Kenia ist es unvorstellbar einfach mal zum Arzt zu gehen, da es kein gesetzliches Sozialsystem oder gar Versicherungen gib und die medizinische Versorgung kaum leistbar ist.
Trotz all dem sah ich unter all jenen Menschen, welche ich kennenlernen durfte nur selten eine finstere Miene oder Unzufriedenheit. Sie nehmen das Leben an, wie es sich vor ihnen ausbreitet und versuchen das Beste daraus zu machen, ganz nach dem Motto ‚Hakuna matata‘ (=no problem).


Nairobi National Park

Im Gegenteil zu der in Europa oftmals gestressten und eigensinnigen Gesellschaft, durfte ich große Gastfreundschaft und Offenherzigkeit erfahren, hatte tolle Gespräche mit den Kenianern und konnte auch für mich einiges Wertvolles von all meinen Keniareisen mit nach Hause nehmen.
Einer meiner Freunde meinte am Tag meiner Abreise zu mir: ‚Maisha ni kama safari!‘, was so viel bedeudet wie, das Leben ist eine Reise. Und er meinte meine Reise habe erst begonnen und es wird noch vieles auf mich warten!
Auch hiermit lag er völlig richtig, denn meine Reise führte mich nun bereits zum dritten Mal in dieses wunderschöne Land. Und es war bestimmt nicht das letzte Mal…
 
Von Nairobi aus könne viele tolle Tages- oder Wochenendtrips gemacht werden. Auch in unmittelbarer Nähe befinden sich einige sehenswerte Attraktionen im Grünen: Nairobi National Park, Giraffe Center, Paradise Lost,….


Nairobi National Park

Nairobi National Park 


Tagesausflug Lake Nakuru


Tagesausflug in Thika: Fourteen Falls

Courtesy of www.AirPano.com

Tagesausflug Lake Bogoria


Wichtige Infos für Reisende:
  • Amtsprachen: Kisuaeli und Englisch
  • Währung: Kenianische Schilling
  • Religion: Mehrheit Christen, Muslime, Naturreligionen
  • Reiseadapter notwendig (dreipoliger Stecker)
  • Je nach Jahreszeit witterungsadäquate Kleidung mitnehmen (während der Regenzeit kann es auch sehr kühl werden bzw. in bestimmten Gegenden)
  • Respektvoller und offenherziger Umgang mit der Kultur Kenias
  • Bedachter Umgang mit zur Schaustellung von Wertsachen

 

Christlicher Exkurs

2009 wurde durch eine Volkszählung festgestellt, dass 82% der kenianischen Bevölkerung Christen sind. (47,4 % Protestanten, 26 % Anglikaner, 23,3 % Katholiken, 2,5 % Orthodoxe, 1,6 % Naturreligionen) Knapp 11,1% gehören der muslimischen Religion an.

In den letzten Jahren hat es eine starke Zunahme von Gewalt gegen christliche Bürger gegeben. Die Gründe hierfür sind, das in vielen Gebieten des Nordosten`s und an den Küstengebieten islamische Extremisten ihr Unheil treiben.

Eine deutschsprachige evangelische Gemeinde in Nairobi findest Du hier

 

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